bSb Office Forum 2017: “Ausgelernt” gibt’s nicht mehr

bSb Office Forum 2017: "Ausgelernt" gibt's nicht mehr

Das bSb Office Forum 2017 des Bundesverbands Sekretariat und Büromanagement war auch in diesem Jahr wieder eine mehr als lohnende Veranstaltung. Gute Keynote-Speaker, Workshops von Office Professionals für Office Professionals und interessante Aussteller ergaben einen spannenden und lehrreichen Tag.

Das bSb Office Forum 2017 stand unter dem Motto Assistenz 4.0: Digitale Kommunikation – Wichtig ist Ihre Einstellung. Dementsprechend drehten sich die beiden Keynotes des Tages auch genau um dieses Thema: Unsere Einstellung zum digitalen Wandel unserer Zeit.

bSb Office Forum 2017: “Ausgelernt” gibt es nicht mehr

Den Anfang machte Martin Ruesch, Vorstand der Future Management Group. Er beschrieb auf eindrucksvolle Weise, wie schnell, bunt und vielfältig sich unsere Zukunft entwickelt hat und weiterhin entwickelt. Neue Technologien, und hier besonders die IT, seien die Treiber dieser Entwicklung, nicht etwa die Politik oder das Soziale. Diese Entwicklung beeinflusse unser ganz alltägliches Leben.

Beispiele für den rasanten technologischen Fortschritt:

  • Die Leistung aus Solarenergie verdoppelte sich in der Vergangenheit ca. alle 2 Jahre. Geht das so weiter, so der Zukunftsforscher Ray Kurzweil, könne diese Energieform unseren Bedarf im Jahr 2030 komplett decken.
  • Roboter lernen inzwischen nicht mehr nur durch die Programmierung ihrer Erbauer. Sie lernen auch durch das Nachahmen von z. B. menschlichen Bewegungsmustern. Roboter “sprechen” miteinander, koordinieren sich in bislang nie dagewesenem Maße selbst und können so immer komplexere Aufgaben für uns erledigen.
  • Die Miniaturisierung der Technik bringt ungeahnte Möglichkeiten mit sich, wie das noch in der Entwicklung befindliche “Lap-on-a-chip”, ein in Körper implantierter Chip, der regelmäßig Blutproben und andere gesundheitlich relevante Werte misst und die Daten an eine ärztliche Stelle weiter gibt. Krankheiten können so weit im Voraus erkannt und behandelt werden.
  • 3D Drucker, bis vor wenigen Jahren noch Science Fiction, drucken heute nicht nur Maschinenteile oder Schmuck, sondern auch 100% passende Gelenksimplantate und Gewebeteile wie z. B. Ohrmuscheln. Man testet inzwischen sogar den Druck von künstlichen Herzen.
  • Haarwasch-Roboter könnten künftig Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen entlasten.
  • Selbstfahrende Autos werden unseren Straßenverkehr revolutionieren.
  • Immer bessere Verfahren in der Big Data Analyse werden es Unternehmen ermöglichen, schneller und agiler auf sich verändernde Marktbedingungen zu reagieren.
  • Angehende Ärzte erleben dank der Virtuellen Realität Operationsszenarien so als seien sie echt.
  • Massive Open Online Courses verschaffen leichten Zugang zu hochwertiger Bildung – bequem von zu Hause aus.
  • Künstliche Intelligenzen sind inzwischen in der Lage, Symphonien zu komponieren und Vorstandsmitglieder in Tech-Unternehmen zu werden.

Auch Unternehmen müssen sich anpassen

Das ist nur eine kleine Liste der Beispiele, die zeigen, wie stark der technologische Wandel unseren Alltag, privat wie beruflich, schon jetzt verändert hat. Auch Unternehmen seien von dieser Entwicklung betroffen. Althergebrachte, hierarchische Strukturen haben ausgedient, so Ruesch. Effizienz und Flexibilität – zwei eigentlich unvereinbare Gegensätze – müssten künftig gleichsam eingesetzt werden. Firmennetzwerke träten an Stelle von straffer Organisation. Befehl und Gehorsam seien Vergangenheit, an ihre Stelle stünden künftig Selbststeuerung und eine “dienende Einstellung” (auch von den Chefs).

Wie sollen wir mit dieser Herausforderung umgehen?

Sein Fazit: Die Entwicklung mit der wir Schritt halten müssen, wüchse exponentiell (nicht mehr linear). Das Wort “ausgelernt” müssten wir daher aus unserem Wortschatz streichen – lebenslanges Lernen, heute schon sehr wichtig, werde künftig zu einer selbstverständlichen Grundhaltung. Es läge in der Verantwortung eines Jeden, sich konstant weiterzubilden, auch wenn das aller technischer Hilfsmittel zum Trotz anstrengend bliebe.

Damit seien nicht nur “harte” Wissensfähigkeiten gemeint. Die wichtigsten Fähigkeiten, die wir uns für unser künftiges Arbeiten aneignen sollten, gingen in Richtung von Charakterqualität, Neugierde, Eigeninitiative, Anpassungsfähigkeit und Ausdauer. Auf dem Arbeitsplatz der Zukunft zähle Leistung, nicht der Titel, den man hat. Dadurch, dass das Arbeiten oftmals nicht mehr ortsgebunden sei, komme es zudem auf gute Kommunikationsfähigkeiten und Flexibilität an.

Sein schönes Schlusswort möchte ich euch auch nicht vorenthalten: Der Weg, der vor uns läge, sei zwar abenteuerlich, aber: “Wie langsam du auch läufst – Du schlägst alle, die zu Hause bleiben!”

Workshops von bSb Mitgliedern auf dem bSb Office Forum

Nach dieser spannenden Einführung ging es weiter mit Workshops, die von bSb Mitgliedern angeboten wurden. Sozusagen von der Praxis für die Praxis.
Mir gab das gleich zweimal die Gelegenheit, mit meinem Fachwissen den Teilnehmern zu helfen. Mein erster Workshop beschäftigte sich mit dem Thema “CI konforme Präsentation mit PowerPoint erstellen”. Hier zeigte sich schnell, dass auch Kolleginnen, die viel mit PowerPoint arbeiten, noch Fragen hatten. Den Workshop werde ich auch noch zu einem Artikel umarbeiten, der folgt dann in Kürze.

Mein zweiter Workshop drehte sich um das Thema Bloggen. Vor dem Office Forum hatte ich ja eigentlich gedacht, dass das Thema jetzt nicht so interessant sei für die Meisten – weit gefehlt. Schnell stellte sich heraus, dass es doch mehr Leute unter den Teilnehmern gab, die bloggen oder bloggen wollten, als ich dachte. Auch wenn ich hier sicher selbst eher am Anfang des Blogger-seins stehe, konnte ich doch bei so mancher Frage weiter helfen.

Weitere Workshops anderer Kolleginnen drehten sich um “Ihr Profil bei Xing” und “Kaizen fürs Büro”. Leider konnte ich diese Workshops nicht selbst besuchen, da alle parallel stattfanden. Aber nur so konnten alle Besucher alle Workshops sehen (jeder lief zwei bis drei Mal). Das positive Feedback der Teilnehmer hat mich dafür sicher entschädigt.

Insgesamt wurde dieser Programmpunkt von allen Teilnehmern des bSb Office Forums als sehr positiv wahrgenommen. Ich hoffe, das der bSb dieses Format beibehält, eventuell sogar auf künftigen Office Foren ausbaut.

Interessante Ausstellung von Partnern auf dem bSb Office Forum

Die Ausstellung der bSb Partner auf dem bSb Office Forum war auch in diesem Jahr wieder sehr interessant. Neben den “altbekannten” Partnern wie Lebkuchen Schmidt und HSM stellten sich auch neue Firmen Uhu, Chorus Call oder der Paketversender Packator vor. Leider blieb mir persönlich auch hierfür zu wenig Zeit, mich mit den Ansprechpartnern vor Ort auszutauschen.

bSb Partner und andere interessante Firmen präsentierten sich auf dem bSb Office Forum 2017

Viele interessante Austeller präsentierten sich auf dem bSb Office Forum 2017.

Den inneren Schalter umlegen

Den Abschluss des bSb Office Forum machte der Keynote-Speaker Antony Fedrigotti mit einem Vortrag unter dem klangvollen Namen “Den inneren Schalter umlegen”. Er befasste sich nicht so sehr mit den Details des technischen Wandels, sondern mit unserer Art, damit umzugehen.

Der rasante Fortschritt mache vielen Leuten Sorge, so Fedrigotti. Sorgen seien aber nur in die Zukunft projezierte Ängste. Gleichzeitig seien wir die Herr unserer Gedanken. Allein mit unseren Gedanken machten wir uns das Leben zur Freude oder zur Hölle. Wer seine Willenskraft nicht aktiv dazu einsetze, diese Gedanken ins Positive zu wenden, werde immer von seinen vergangenen Erfahrungen beherrscht. Den inneren Schalter umzulegen bedeutet für Fedrigotti, sich keine Sorgen zu machen, sondern dafür zu sorgen, dass die Zukunft so wird, wie wir sie uns vorstellen. Wir allein seien verantwortlich für unser Sein und unser Handeln.

Der hohen Geschwindigkeit, mit der sich alles verändert, stellt Fedrigotti die selbst gewählte Langsamkeit entgegen. Anstatt immer sofort zu reagieren sollen wir unseren “Raum der Wahl” ausdehnen und uns so mehr Handlungsspielraum und -optionen erkämpfen. Wenn also das nächste Mal jemand euch verbal angreift, z. B. mit “Du machst das immer falsch…”, spielt ihr den Ball erst einmal zurück, in dem ihr nachfragt: “Was genau meinst du denn?”. So oder so ähnlich. Dann muss der Angreifer inne halten und überlegen. Und ihr seid aus der “Rechtfertigungsfalle” raus, in die er oder sie euch bringen wollte. Damit habt ihr euren “Raum der Wahl” ausgedehnt und könnt besser entscheiden, wie das Gespräch weiter gehen soll.

So verändern Sie Ihre Welt

Wenn es uns gelänge, den inneren Schalter umzulegen, würden wir positiv, statt negativ zu bleiben. Wir wandelten uns vom “Jammerer” zu jemandem, der seinen Weg neu wählen könne. Wir verließen die Opferrolle und würden zum Schöpfer unseres Lebens. Laut Fedrigotti steuere Aufmerksamkeit die Energie und Gleiches ziehe Gleiches an. D. h., dass unsere Lebenskraft dahin fließe, wohin wir unsere Aufmerksamkeit richteten. Denken wir vermehrte an Negatives, würde das ebenso Negatives nach sich ziehen. Mit positiven Gedanken zögen wir ebenso Positives in unserem Leben an. Wer sich dieses Prinzip klar mache, könne sein Leben und seinen Erfolg selbst beeinflussen.

Auch Fedrigotti formulierte einen sehr schönen Schlusssatz: “Ein Sieg wird unausweichlich, wenn man der Niederlage keine Chance einräumt”.

Mein persönliches Fazit des bSb Office Forums 2017

Wie eingangs schon erwähnt war ich persönlich sehr begeistert von diesem bSb Office Forum. Die Keynotes und auch die Erfahrung aus den Workshops hat mir wieder einmal gezeigt, dass das Schlagwort “Assistenz 4.0” noch lange nicht ausgelutscht ist. Da steckt noch sehr viel Musik drin, sehr viel Potential für jede von uns, mehr aus sich zu machen. Und das nicht für “die Firma”, sondern allein für uns selbst.

Der Fortschritt, dem wir uns tagtäglich gegenüber sehen, sei es beruflich oder privat, wird nicht halt machen, nur weil wir “Angst” davor haben. Was zählt, ist unsere Einstellung. Wir haben es in der Hand, ob uns diese Entwicklung ängstigt oder ob wir ihr neugierig entgegen sehen. Das heißt natürlich nicht, dass wir jeden Trend ungefragt und unkritisch mitmachen sollten. Ganz im Gegenteil: kritisches Denken und Hinterfragen wird künftig immer wichtiger werden, wenn es darum geht, die neuen Technologien und ihre Möglichkeiten für sich zu erkunden. Aber die Zeit vergeht und die Technologie wird sich weiter entwickeln – die Einzigen, denen wir mit einer negativen Einstellung dazu im Weg stehen, sind wir selbst.

 

Hier auf easy-office.tips gibt es schon den ein oder anderen Artikel zum Thema PowerPoint:

https://www.easy-office.tips/powerpoint-schicke-praesentation-statt-textwueste/

https://www.easy-office.tips/powerpoint-folien-wiederverwenden/

Dies waren die Keynotespeaker auf dem bSb Office Forum:

Martin Ruesch, Future Management Group

Antony Fedrigotti

 

Bilder: bSb, Sabine Hirwatis

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