Chinesisches Neujahr: Andere Länder, andere Sitten

Chinesisches Neujahr: Andere Länder, andere Sitten

Wir sind es heute gewohnt, zu Weihnachten und Neujahr von allen Geschäftspartnern Karten zu bekommen, obwohl das christliche Weihnachtsfest in vielen Ländern eigentlich keine Rolle spielt. Doch umgekehrt wissen viele deutsche Firmen nicht, wie sie mit den Feiertagen im Ausland umgehen sollen. Ein gutes Beispiel: Das chinesische Neujahrsfest.

China feiert Neujahr

In diesen Tagen feiert China das neue Jahr. Kaum ein Chinese lässt sich diese wichtigsten Feiertage im Jahr entgehen. Viele Chinesen arbeiten weit weg von der Familie, viele im Ausland. Daher sparen sie ihren Jahresurlaub auf, um an diesen Feiertagen nach Hause reisen zu können. Das löst jedes Jahr mit geschätzt einer Millarde Reisenden die größte Migrationsbewegung der Welt aus!

15 Tage lang feiern!

Eigentlich umfasst das Fest nur drei gesetzliche Feiertage. Tatsächlich wird aber 15 Tage lang gefeiert. Jeder Tag ist wichtig und steht für einen anderen Aspekt des Festes. So reisen z. B. am 2. Tag verheiratete Töchter mit ihren Ehemännern zurück zu ihrer Familie, die das Paar mit einem Festessen ehrt. Am 7. Tag begehen die Chinesen den “Jedermann-Geburtstag” (früher spielten individuelle Geburtstage nämlich kaum eine Rolle).

Das Fest endet am 15 Tag mit dem Laternenfest. An diesem Tag geleitet man die Geister der Ahnen mit Laternen und Kerzen den Weg nach Hause.

Rote, leuchtende Laternen vor einem dunklen Abendhimmel

Warum fällt das chinesische Neujahrsfest immer auf unterschiedliche Tage

Der chinesische Kalender ist ein “Lunisolarkalender”, d. h. er richtet sich nach dem Verlauf des Mondes und wird mit dem Verlauf der Sonne korrigiert.

Ein Jahr besteht aus zwölf Monaten mit 29 oder 30 Tagen. Das chinesische Jahr hat also insgesamt 354 Tage. Da das gegenüber dem Sonnenjahr um etwa elf Tage zu kurz ist, würden sich schon bald Verschiebungen der Jahreszeiten ergeben. Deshalb wird ein 13. Monat eingelegt, sobald die Verschiebung eine Differenz von fast einem Monat erreicht hat. Im chinesischen Kalendar daher fällt das Neujahrsfest auf den zweiten Neumond nach der Wintersonnenwende, also zwischen Januar und Februar.

chinesische Kinder, die auf einer Straße als Löwen verkleidet tanzen.
Der Löwentanz – ein Glücksbringendes Ritual

Warum werden die Monate nach Tieren benannt?

Die Benennung der Monate kommt von den sog. “Erdzweigen“. Das ist ein altes Nummerierungssystem, das den chinesischen Tierkreiszeichen angepasst wurde und heute 1:1 mit ihnen übereinstimmt. Das ist jetzt auch nur eine vereinfachte Erklärung, das ganze ist wesentlich komplizierter. Das ganze System unterliegt einem Zyklus von 60 Jahren.

Warum nun Tiernamen? Es heißt, Buddha hätte alle Tiere der Schöpfung zu sich gebeten. Doch nur zwölf kamen: Ratte, Büffel, Tiger, Katze, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein. Als Belohnung für ihr Kommen soll Buddha jedem Tier ein Jahr geschenkt haben. So kam es zu den zwölf Tiernamen der Monate.

Jedem Tier werden natürlich bestimmte Eigenschaften und Einflüsse zugeschrieben. Das Besondere: Diese beziehen sich nicht nur auf die Menschen, die unter dem jeweiligen Zeichen geboren sind, sondern auch auf das ganze Jahr. Im Internet gibt es unzählige Webseiten, auf denen man sein chinesisches Sternzeichen errechnen lassen kann – probiert es mal aus, es ist lustig.

Das Jahr des Schweins

Gestern, am 5. Februar, begann also das Jahr des Schweins. Das Schwein steht für Glück, Reichtum, Zufriedenheit, Großzügigkeit, Mut und Toleranz. Also verspricht das neue Jahr für die Chinesen ein Gutes zu werden.

Chinesisches Neujahr: Andere Länder, andere Sitten
Alle Straßen, Plätze, Tempel und Gebäude werden mit roten und goldenen Symbolen behängt – Zeichen für Glück und Wohlstand.

Was kann ich als Assistenz tun?

Trotz all der vielen geschäftlichen Kontakte mit dem Land der Mitte herrschen in den Chefetagen erstaunlich oft Unsicherheiten, wie man mit der Kultur des Geschäftspartners umgehen soll. Hier könnt ihr glänzen!

Bereitet eure Führungskraft rechtzeitig auf das wichtige Neujahrsfest vor. So wie wir uns freuen, Weihnachtsgrüße aus aller Welt zu bekommen, so freuen sich die Asiaten auch, wenn wir an ihre hohen Feiertage denken. Ihr könnt z. B

  • eine schöne Glückwunschkarte besorgen. Je mehr Rot und Gold drauf ist, umso besser. Diese Farben bringen Glück und Reichtum. Außerdem stehen Chinesen auf Bunt und viel “BlingBling” ;)
  • Geschenke überreichen. Hier bieten sich u. a. kleine Figuren oder Glücksbringer mit dem jeweiligen regierenden Tier an. Wollt ihr Geld verschenken (warum auch immer…), solltet ihr das in einem roten Umschlag tun (Rot = Geld und Glück). Und: Süßigkeiten gehen immer. Meiner Erfahrung nach lieben Chinesen gute Schokolade… Was u. a. nicht geht: Schnittblumen. Die werden normalerweise nur zu Beerdigungen verschenkt! Ein anderes Beispiel: Regenschirme. Die haben in China die Bedeutung, den anderen nie wieder sehen zu wollen.
  • kann ein chinesischer Kollege nicht nach Hause reisen, ladet ihn ein. Gemütliches Abendessen, Teamevent, egal. Hauptsache er oder sie muss diese Tage nicht ganz allein verbringen.

Bildquelle Titelbild: Freepik

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